Auf direktem Weg von 2D zu 3D und BIM2Field

„Wenn schon, denn schon“ hatte man sich bei Frutiger AG gesagt und die Umstrukturierung des über 150-jährigen Familienunternehmens zum Anlass gleich mehrerer grundlegender Veränderungen genommen. Sämtliche zur Sparte Gesamtlösungen gehörenden Leistungsbereiche wurden wieder unter einem Dach vereint und so miteinander verbunden. Denn künftig sollte das jeweilige Bauprojekt von Anfang an im Mittelpunkt stehen und sich alle und alles um dieses drehen. Frutiger AG, die mit effizienteren Prozessen auf eine weitere Qualitätssteigerung abzielte, hat dafür mit der Einführung des parametrischen Ausführungsmodells von Tekla beste Voraussetzung geschafft.

«Wer heute hochwertig und effizient bauen will, kommt nicht an BIM2Field und schon gar nicht am parametrischen Ausführungsmodell vorbei,» sagt Dominik Stöckli, Projektleiter BIM / Digitalisierung. «Denn alles ist ja beim Bauen miteinander verknüpft.» So stand beim Bau- und Immobiliendienstleister fest, den längst überfälligen Sprung von 2D zu 3D gleich mit in das parametrische Modellieren zu tun.


«Wir wollten uns verbessern und effizienter werden. Ohne die Parametrik zu implementieren, hätte dafür ein erfolgsrelevanter Faktor gefehlt.»

Mit der Schilderung, warum der direkte Weg zum Ziel nicht ganz so gerade verlief, will Dominik Stöckli nicht bloss ehrlich sein. Er möchte anderen Unternehmen, die diesen unausweichlichen Schritt noch vor sich haben, etwas von seinen Erfahrungen und damit verbunden wirksame Tipps mitgeben, wie der Umstieg einfacher gelingt. «Wir sind mit ausgezeichneten Voraussetzungen an den Start gegangen. Mit der Modellierungssoftware Tekla und der Datenplattform Trimble Connect haben wir ein für uns optimal stimmiges Gesamtpaket geschnürt, das nicht zusätzliche Schnittstellen schuf, sondern minimierte. Zentral für uns war, ein System einzuführen, in dem auch unsere Vermessungsgeräte und Maschinensteuerungen auf den Baustellen reibungslos mitspielen. Und genauso wichtig war uns, eine Modellierungslösung zu haben, die auf die Schweizer Standards ausgerichtet ist. Für all das hatten wir mit BuildingPoint Schweiz AG nicht nur den Lieferanten unserer Lösungen, sondern auch kompetente Berater und Begleiter an unserer Seite.»

Die Wahl des Einstiegsprojekts
Als Pilot für den Einstieg in die Praxis waren zwei ‚interne Projekte‘ bestimmt worden; also solche, wo die Entwicklung, Planung wie auch die Realisierung bei Frutiger AG lag und BIM2Field mit dem Tragwerksmodell für den Baumeister, mit dem auch die Absteckung sowie die Verlegung der Bewehrung ab Modell umgesetzt werden konnten. Das Setting war ideal, um die neuen Workflows mit wenig Druck anzuwenden und so den grösstmöglichen Lerneffekt zu erzielen. Doch woran lag es, dass das Team um Dominik Stöckli beim Modellieren trotzdem das Tal der Tränen durchlief?

«Wir hatten eindeutig zwei sehr, heute würde ich sogar sagen zu anspruchsvolle Projekte für den Einstieg ins Modellieren gewählt. Mit den Herausforderungen, bei unserem ersten Modell gleich runde Wände und viele Gefälle mit entsprechend zahlreichen Absätzen zu modellieren, taten wir uns anfänglich sehr schwer. Das drückte auf die Motivation. Doch zu diesem Zeitpunkt hatten wir intern keine anderen, einfacheren Projekte, wollten aber unbedingt vom 2D-Plan auf das dreidimensionale Modell umsteigen. Den Modellierern ist der Spass gänzlich vergangen, als zusätzlich noch der Zeitdruck wuchs. Der Investor hatte gewünscht, das runde Gebäude früher als vorgesehen zu übernehmen.»

Die wichtige Rolle des Digitalisierungspartners
Obwohl sich dannzumal bestimmt der eine oder andere Modellierer eine Rückkehr zu 2D gewünscht hatte, war Abbrechen für Dominik Stöckli und sein Projektteam nie eine Option. «Wir wussten, dass wir überall die richtigen Leute eingesetzt hatten, über die optimale Infrastruktur verfügten und Implementation samt Schulung gut aufgegleist hatten. Wir waren uns auch darüber bewusst, dass es Rückschläge geben würde. Der Grund für unser Tief lag in der Kumulation der Herausforderungen sowie unserem damals zu geringen Fachwissen resp. der fehlenden Übung im Umgang mit 3D. All das war uns auf einmal über den Kopf gewachsen.» Überwunden habe man dieses Tief gemeinsam mit BuildingPoint. Nebst deren individueller Ad-hoc-Hilfe wurde die Team- und Projektsituation erörtert und ein effektiver Change-Prozess definiert mit u.a. engmaschigen Online-Support-Sitzungen für das ganze Modelliererteam. Wöchentlich wurden an diesen die vorab eingereichten Fragen erörtert, so dass nicht nur Probleme gelöst, sondern die Modellierer voneinander lernen und zusätzlich profitieren konnten. Auch die internen ‚Chropfleereten‘ waren laut Dominik Stöckli sehr nützlich. Nicht nur, um dort dem Frust Luft zu machen. Sondern auch, um zu sehen, dass man nicht alleine mit seinen Herausforderungen da stand, dass man einander wieder aufbauen und Lösungen untereinander austauschen konnte. «Ich war sehr froh, dass wir diese Zusatz-Massnahmen mit BuildingPoint schnell umsetzen konnten, dass diese ebenso schnell gegriffen haben und die bald darauf sichtbaren Erfolge unserer Modellierer wieder motiviert haben.


«Wir sind gestärkt aus dieser schwierigen Situation herausgekommen und würden wieder den Direkteinstieg von 2D auf parametrische Ausführungsmodelle wählen. Denn alle von uns haben den Mehrwert der parametrischen Modelle klar erkannt.»

Dominik Stöckli, Projektleiter BIM / Digitalisierung

Neun Monate nach dem Start der Pilotprojekte zieht Dominik Stöckli eine positive Bilanz: Planung und Ausführung der zwei anspruchsvollen Projekte laufen. Die Mitarbeitenden sehen heute, dass vieles bereits einfacher geht und sich Probleme lösen lassen. «Auch wenn wir immer noch in der Lernphase sind, haben wir heute alle Spass daran, Modelle zu erstellen und BIM2Field zu praktizieren. Die damit verbundene neue Form der Zusammenarbeit ist anspruchsvoll und braucht Zeit, sich zu etablieren. Aber sie bringt uns als Menschen, als Fachleute und Team wie auch die Frutiger AG weiter. Im Wissen, dass auf unseren Digitalisierungspartner, die BuildingPoint, zu 100% Verlass ist, freuen wir uns schon auf die nächsten Projekte, die wir parametrisch modellieren und modellbasiert bauen können.»

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